Schweigemarsch Stoppen!

Wie schön diese Berg- und Tallandschaften des Erzgebirges doch sind. Hier ist alles noch so, wie es früher einmal war. Diese scheinbar wundervolle Idylle bietet allerdings auch viel Platz für ein Sammelsurium aus diversen konservativen und menschenverachtenden Gedankengut. Der klassische Vater-, Mutter-, Kindgedanke ist eine von vielen inhaltlichen Überschneidungen, die zwischen evangelikalen und nationalistisch- rassistischen Gruppen bestehen, welche im Erzgebirge auch recht offen miteinander sympatisieren. Es stört sie ja auch niemand. Seit 2010 wird in Annaberg Buchholz zu sogenannten „Schweigemärschen“ mobilisiert, bei denen gegen Abtreibung demonstriert wird. Die Provinz gegen den Fortschritt – wenn CDU Wähler*innen mit offen rechts angesiedelten Gruppen gemeinsam mit Evangelikalen atemlos in die Barberei gehen.

Wir solidarisieren uns mit den Gegenprotest. Kommt am Montag, den 12. Juni 2017 nach Annaberg-Buchholz. 17 Uhr, Parkplatz Geyersdorfer Straße gegenüber Feuerwache.


4 Antworten auf „Schweigemarsch Stoppen!“


  1. 1 Anna Berg 13. Juni 2017 um 12:32 Uhr

    dass schrieb übrigen die Freie Presse dazu:
    Annaberg-Buchholz. Etwa 650 Abtreibungsgegner haben am Montag in Annaberg-Buchholz gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch demonstriert. Der vom Verein Lebensrecht Sachsen jährlich organisierte „Marsch für das Leben“ setzt sich für die Abschaffung der geltenden Fristenregelung mit Beratungspflicht ein. Auch die achte Auflage sah sich mit einer Gegendemonstration konfrontiert, an der 350 Menschen teilnahmen. Das Aktionsbündnis für Selbstbestimmung Chemnitz-Erzgebirge verlangt die legale, bedingungslose und kostenfreie Möglichkeit, eine Schwangerschaft bis zur vollendeten 12. Woche zu unterbrechen. Das Bündnis wird von Politikern der SPD, der Linken und Grünen aus der Region unterstützt. 270 Beamte waren bei den Demos im Einsatz.

  2. 2 Anna Berg 13. Juni 2017 um 12:34 Uhr

    und das kam im Vorfeld als Berichterstattung:
    Annaberg-Buchholz. Bereits zum 8. Mal findet heute Abend der sogenannte „Schweigemarsch für das Leben“ statt. Dabei laufen ab 18 Uhr Abtreibungs- und Sterbehilfegegner vom Erzgebirgsklinikum aus in Richtung Innenstadt. Im vergangenen Jahr folgten etwa 650 Menschen dem Aufruf des Vereins Lebensrecht Sachsen. Doch sie blieben nicht allein. 400 Gegendemonstranten waren ebenfalls nach Annaberg gekommen. Rund 300 Polizeibeamte sicherten die Veranstaltungen ab, die ohne größere Zwischenfälle verliefen.

    Im Vorfeld des heutigen Schweigemarschs meldete sich unter anderem SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang zu Wort. Sie sagt: „Das Recht auf Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar.“ Sie sei gegen die Abschaffung der seit mehr als 20 Jahren geltenden Gesetzeslage der Fristenregelung gemäß § 218a. Darin geht es um die Regelungen, nach denen ein Schwangerschaftsabbruch nicht strafbar ist. „Gleichzeitig setze ich mich für eine vernünftige Sozialpolitik zugunsten von Kindern, Alleinerziehenden, Frauen und Familien ein“, so Simone Lang in ihrer Stellungnahme zum Schweigemarsch. Für sie steht fest, dass Frauen auch künftig selbstbestimmt darüber entscheiden können, ob sie ein Kind zur Welt bringen oder nicht.

    Auch Alexander Krauß, CDU-Landtagsabgeordneter, äußerte sich zum Thema Schweigemarsch. „Jeder hat Recht, seine Meinung frei zu äußern“, so Krauß. Das gelte auch für Abtreibungsgegner. Er kritisiert Gegendemonstranten aus „dem linksextremen Spektrum“. Sie seien im Erzgebirge nicht willkommen, so der CDU-Politiker.

  3. 3 Schachti 14. Juni 2017 um 2:43 Uhr

    ebnfals schrieb die FP:
    Annaberg-Buchholz. Unter massivem Polizeischutz haben am Montag etwa 650 Christen für den „bedingungslosen Schutz des geborenen und ungeborenen Lebens“ demonstriert. Zu dem Schweigemarsch hatte der Verein „Lebensrecht Sachsen“ aufgerufen. Er setzt sich nach eigener Aussage für die Stärkung von Ehe und Familie, für alte, leidende, im Sterbeprozess befindliche Menschen sowie für die Gleichberechtigung Behinderter, auch vorgeburtlich, ein. Die Demonstranten hielten auf ihrem Marsch vom Erzgebirgsklinikum zum Annaberger Markt Plakate mit Slogans wie „Abtreibung ist Unrecht“, „Nie wieder unwertes Leben“ oder „Zuwendung statt Sterbehelfer“ in die Höhe. Begleitet wurde der Schweigemarsch der christlichen Demonstranten von lautstarken Gegenprotesten von etwa 350 zumeist jungen Leuten. Ein massives Polizeiaufgebot mit zirka 270 Beamten der Bereitschaftspolizei hatte an der Kreuzung Adam-Ries-Straße/Geyersdorfer Straße einige Mühe, die Gegendemonstranten zu hindern, in Richtung Schweigemarsch zu stürmen. Nachdem die Straße mit Einsatzfahrzeugen der Polizei abgesperrt wurde, entspannte sich die Situation schnell.

    Laut Lisa Mueller, Sprecherin der Aktion „Pro Choice Sachsen“, die die Gegenproteste organisiert hatte, waren die Teilnehmer aus ganz Sachsen, aus Jena und Berlin ins Erzgebirge gereist, um für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und gegen „christliche Fundamentalisten“ zu demonstrieren. Anders als im vorigen Jahr, als die Abschlusskundgebung an der Annenkirche stattfand, war in diesem Jahr der Annaberger Markt Schlusspunkt des Schweigemarsches. Aber auch die Gegner der bedingungslosen Lebensschützer hatten die Genehmigung erhalten, dort ihre Abschlusskundgebung abzuhalten. Mit Sprechchören, Ansprachen und lauter Musik versuchten sie, die Reden der knapp 100 Meter entfernten Schweigemarsch-Demonstranten, zu übertönen. Der Vorsitzende des Vereins „Lebensrecht Sachsen“ Thomas Schneider und Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Gründerin der „Initiative Familienschutz“, versuchten den Lärmpegel mit ihren Reden zu übertönen. Gerhard Steier, Vorstand im „Bundesverband Lebensrecht“, sagte, das Selbstbestimmungsrecht der Frau sei wichtig. „Es hört aber in dem Moment auf, wenn eine Frau schwanger ist. Dann hat das werdende Kind ein Recht auf sein eigenes Leben.“

  4. 4 Sumpf 14. Juni 2017 um 3:43 Uhr

    der mdr berichtete:

    Annaberg-Buchholz.
    Lautstarker Protest gegen Schweigemarsch von Abtreibungsgegnern

    Annaberg-Buchholz am Montagabend. Wo sonst der Feierabendverkehr rollt, bestimmte ein Großaufgebot der Polizei das Geschehen. Zwei Demonstrationen zogen zur gleichen Zeit, jedoch mit gegenteiligen Forderungen, durch das Zentrum der Erzgebirgskreisstadt.

    Abtreibungsgegner sind am Montag zum achten Mal mit einem „Schweigemarsch für das Leben“ vom Erzgebirgsklinikum zum Markt von Annaberg-Buchholz gezogen. Zu einer Gegendemonstration versammelten sich zeitgleich Anhänger der Initiative „Pro Choice Sachsen“.

    Gegen 18 Uhr setzte sich der Schweigemarsch mit schätzungsweise 650 Teilnehmern in Bewegung. Organisator Thomas Schneider, Vorsitzender des Vereins „Lebensrecht Sachsen e.V.“, war zufrieden mit Resonanz. „Besonders freuen wir uns über die vielen Familien mit Kindern, die hier dazugekommen sind, denn wir sind ja da, um für das Leben einzutreten, vom Anfang bis zum Ende.“

    Gegner fordern Abschaffung des Paragrafen 218

    „Pro Choice Sachsen“, nach Angaben von Sprecherin Lisa Müller ein Zusammenschluss antifaschistischer, queerer [von der Norm abweichender] und feministischer Gruppen aus Sachsen und Umgebung, hatte ebenfalls einen Demonstrationszug angemeldet. Etwa 350 junge Leute protestierten lautstark und teilweise nur wenige Meter von der Route der Abtreibungsgegner entfernt. „Es ist für uns wichtig, dass wir uns Leuten, die fundamentalistische, menschenverachtende, homofeindliche und nationalistische Positionen vertreten und damit Jahr für Jahr durch Annaberg-Buchholz marschieren, entgegenstellen“.

    Lautstarker Protest gegen die Abschlusskundgebung

    Auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz kam es zu einer lautstarken Konfrontation beider Lager. Während auf der einen Seite Thomas Schneider und als Hauptrednerin des Abends die Gründerin der „Initiative Familienschutz“, Hedwig Freifrau von Beverfoerde, zu den Kundgebungsteilnehmern sprachen, machten die Teilnehmer von „Pro Choice Sachsen“ ihrem Unmut auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes lautstark Luft. Durch den Einsatz von Sperrgittern und einem großen Aufgebot von Polizeibeamten blieb es jedoch bei verbalen Auseinandersetzungen.

    Die Polizei sicherte den Ablauf der beiden Demonstrationen und Kundgebungen mit 270 Beamten ab. Nach Angaben der Behörde gab es im Verlauf beider Veranstaltungen keine größeren Vorkommnisse. Die Abreise der Kundgebungsteilnehmer von „Pro Choice Sachsen“ verzögerte sich jedoch bis in den späteren Abend, da die Polizei Teilnehmer zur Feststellung der Personalien herausgriff und die Demonstranten sich dem heftig widersetzten. Wie die Polizei mitteilte, wurden zwei Anzeigen wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und zwei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen.

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