Statement zum MDR-Aktuell Beitrag

„Nicht nur Feine Sahne Fischfilet“
Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Mühe sich der sächsische Verfassungsschutz gibt, ein Problem zu schaffen, wo keines ist. Nach der Veröffentlichung des VS- Berichtes 2017 werden zunehmend Bands als Beobachtungsobjekt „linksextremistische Musikszene“ geführt. Offenbar genügend, um bei den öffentlich- rechtlichen anzuklopfen und einen kleinen Audiobeitrag zum Thema zu veröffentlichen. Der aktuelle sächsische VS- Bericht ließt sich ohnehin schon wie eine mit „ausreichend“ bewertete Hausarbeit im 1. Semester Politikwissenschaft. Mit dem schlecht recherchierten und einseitig dargestellten Beitrag vom 28.01.19 hat der MDR jedoch zusätzlich noch seine eigene Inkompetenz zum Thema preisgegeben. Zum einen hätten wir da den Skinhead – Nazi – Vergleich, der vermuten lässt, dass sich der MDR zum letzten mal Anfang der 90er Jahre mit einer ähnlichen Thematik befasst hat. Und zum anderen wurde eine unserer Strophen zitiert, welche aus dem Kontext des gesamten Songs gerissen wurde. Die Aussage „…dann gibt‘s halt auf die Nase…“ ist kein Aufruf zur Gewalt, sondern bezieht sich auf den Schluss der 1. Strophe. In der heißt es: „Politiker fordern Zivilcourage, doch gehst du auf ne Demo, dann kriegst du auf die Nase“. Die Aussage dahinter ist, dass Menschen die an Demonstrationen teilnehmen, sehr schnell Polzeigewalt zu spüren bekommen. Und der vom MDR zitierte Teil sagt letztlich nicht mehr aus, als das man sich von dieser Polizeigewalt nicht einschüchtern lassen und weiterhin seinen Protest auf die Straße tragen soll. Der Zusammenhang in diesem Text ist an und für sich, aufgrund der einfachen Schreibweise, nicht schwer zu verstehen, weshalb die Fehldeutung Kalkül vermuten lässt. Wenn ein Song wie Zivilcourage ausreicht, um als Beobachtungsobjekt eingestuft zu werden, dann wünschen wir allen Bands in Zukunft viel Spaß, die etwas an der deutschen Demokratie zu kritisieren haben.
Unser Ratschlag an die Protagonist*innen des Beitrags: „Wenn ihr schon nichts besseres zu tun habt, als Punkbands zu kriminalisieren, dann beschäftigt euch doch bitte auch ausführlich damit. Vielleicht nimmt euch dann auch irgendwann mal wieder jemand ernst. Es braucht nicht besonders viel politisches Know-How um zu verstehen, dass linke Bands eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz haben, als offen rassistische Bands, eben weil wir uns bewusst gegen Rassismus aussprechen. Vielleicht lässt die nächste Haushaltsverabschiedung für Herrn Meyer-Plaht mal eine kleine Fortbildung springen… Bis dahin hätte der MDR dann Zeit, um etwas an seinen Recherchefähigkeiten zu arbeiten.“
Stay Punk // Stay Undeutsch


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