Keine Zeit zum Feiern

Eigentlich sollten am kommenden Wochenende unsere Proberaumfesttage stattfinden. Aus gegebenen Anlass haben wir diese allerdings abgesagt und werden sie in die 2. Jahreshälfte verschieben.
Wer in Sachsen lebt und sich sowohl von Rechts als auch von der selbstverliebten Mitte der Gesellschaft abgrenzt, hat es nicht einfach. In Schneeberg hatte sich zuletzt das gemeine Provinzvolk als scheinbar ungerecht behandeltes Bürgertum wahrgenommen, und sich mit den „VolksgenossInnen“ der NPD Hand in Hand auf den öffentlichen Plätzen der Stadt formiert . Die „Lichtelläufe“ verdeutlichten prägnant, wie zugemüllt die Köpfe mit Rassismus und Chauvinismus auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft sind. Klar…!; wer sich mit nichts besseren als der 40h – Woche identifizieren kann, wer erschöpft von seinem Arbeitsalltag ist, wer denkt sich schlecht fühlen zu müssen, weil gerade keine erwerbstätige Arbeit ansteht, dem scheint das Hinterfragen komplexer gesellschaftlicher Probleme natürlich zu anstregend. Folglich dienen einfache, völlig haltlose Erklärungen – nach der Devise der gemeine „Asylant“ muss weg, dann wird alles besser – als selbstbefriedender Synapsenkit.
In anderer Weise spiegelt sich diese Denkungsart beispielsweise auch bei den inhaltslosen Montagsdemonstrationen wider. Hierbei sind die beiwohnenden Menschen dem Wahn verfallen, dass sie mittels ihrer bloßen Anwesendheit an ihren Feierabendhappenings den Frieden auf der Welt herbeibeten können: Ein bisschen „Ami go home“, ein Stück zürück in den Wald und alle Macht dem Volk und dann ist der ewige (deutsche) Weltfrieden da. Der Wahnwitz bei dieser Angelegenheit ist jedoch, dass zum Thema Frieden relativ wenig beigetragen wird und stattdessen ein bunter Strauß von Verschwörungstheorien heruntergebeten wird. Diese werden dann mit tobenden Applaus abgefeiert. Auch an diesem Phänomen lässt sich zeigen, wie leicht die Menschen mit einfachen Behauptungen zu befrieden sind, obwohl dies ein mindestmaß eines kritischen Verständnisses komplexer gesellschaflicher Verhältnisse und der politischen Ökonomie vorraussetzt – und noch schlimmer –, welche sie scheinbar auch nicht verstehen wollen. Im Zuge dieser Bewegung haben sich Menschen, welche weder Rechts noch Links noch sonst irgendwas sein wollen, sich selbst zuletzt in Dresden ebenfalls lautstark als „Ein Volk“ bezeichnet.
Dies spielt Neonazi-Kameradschaften und Autonomen Nationalisten natürlich gut in die Karten, die mit dem seit 2009 stattfindenden „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ: Das größte momentane deutsche Nazievent), diesen SAMSTAG IN DRESDEN bei der deutschen Volk sbewegung anklang finden wollen um ihrer Bewegung einen weiteren Aufschwung zu geben. Natürlich kann nicht allen Menschen, welche sich unter die Rubrik „Das Volk“ einordnen wollen, vorgeworfen werden, dass sie sich mit dem TddZ verbunden fühlen. Dennoch wird bei solchen Neonazievents deutlich, wohin völkisches Denken führen kann oder führen soll. Am Samstag werden in Dresden 1000 – 1500 Neonazis erwartet. Diese wollen quasi auf den „Straßen des Volkes“ von „Asylmissbrauch“ und „Überfremdung“ sprechen und genau an die Ängste und Befürchtungen der „durchschittsdeutschen“ BürgerInnen anknüpfen.
An einem solchen Tag haben wir keine Lust zu feiern und es ist für uns notwendig den „Braunen Mob“ mit bedingungsloser Abweisung entgegenzutreten. Wir fordern daher ebenfalls alle Menschen dazu auf, die den Anspruch an eine zivilisierte Gesellschaft ohne Ausgrenzung, Unterdrückung und Ausbeutung teilen, sich dieser Bewegung entgegenzustellen und sie zu blockieren!!!!!!! So soll den Nazis ihre Zukunft genommen werden, ein weiteres großes Nazievent verhindert werden, damit sich die Mehrheit der Menschen nicht dazu veranlasst fühlt eine rückschrittliche Gesellschaftsentwicklung zu unterstützen. Wir stellen uns solidarisch zu dem Aufruf „Keine Zukunft für Nazis“ und sehen die vollständige Blockade dieser Demonstration als einzig sinnvolle Aktion an, diesem menschenverachteten Weltbild entgegenzutreten. Es geht nicht um die Schaffung eines selbstbeweihreucherten guten Gewissens, sondern DARUM rassistischen, homophoben, sexistischen, chauvinistischen, nationalistischen und antisemitischen Gedankengut keinen Raum mehr zu seiner Entfaltung zu bieten.
Nie Wieder Deutschland!

Ohne Zweifel

Die ersten 3 Monate sind vorbei und es gab auch schon wieder 3 gelungene Konzi´s. Da gibt´s einfach nix besseres zusagen als: Dresden, Brand – E. und Jena – Es war wie immer ein Fest bei euch zu sein und wir kommen jederzeit gern wieder. Das Essen war lecker und die Leute gut drauf… So stellen wir uns das vor.
Die nächsten Gigs stehen auch schon wieder auf den Plan… Am Freitag geht´s zum ersten mal nach Altenburg – 5 Bands an einem Abend, das kann nur gut werden. Hamburg kommt schneller wieder als gedacht und auch die Proberaumfesttage wird es wieder geben. So zusagen ist uns der überregionale Bekanntheitsstatus kaum noch abzuerkennen, der Mühlenplatz lebt weiter und das alles obwohl die Merchkiste noch immer fast leer ist. Doch auch das werden wir eines Tages noch in den Griff bekommen, denn ansonsten geht´s uns gut und wir haben nix zu beklagen, außer die gesellschaftlichen Verhältnisse.
Bis zum nächsten Konzi – Eure Liveband

Weiter Geht´s

Das vergangene Jahr in ein paar treffende Worte zu fassen ist für uns nicht gerade einfach. Da sind zum einem viele schöne, unvorhergesehene Auftritte hereingekommen und zum anderen hat einiges nicht geklappt was wir uns vorgenommen hatten. Also wozu jetzt irgendwelche Prognosen, oder wie es doch so schön heißt „gute Vorsätze fürs neue Jahr“, aufstellen, dafür sind wir zu gesellschaftsfremd. Wenn uns das letzte Jahr eines wieder verdeutlicht hat, dann dass wir nicht gerade die Band sind, deren Aushängeschild eine sorgfältige Planung ist, sondern uns eher mit etwas spontanität und selbstkritik vergnügend durch die Spelunken der Szene spielen. Natürlich schweben auch uns schon wieder eine Menge Ideen im Kopf herum, was wir mit der Zahl 2014 alles anstellen könnten, jedoch bevor sich nichts genaueres ergibt, behalten wir diese lieber erstmal für uns damit es keine großen Enttäuschungen gibt, sondern viele kleine Überraschungen.
Der letzte Monat hat uns jedenfalls viel Kraft gegeben, da wir nicht nur 5 gelungene Auftritte hinter uns haben, sondern auch die Basis dafür geschaffen haben entlich mal 6 – 7 neue und alte Songs für alle Welt, zu jeder Zeit hörbar zu machen. Das Format wie wir diese präsentieren werden ist allerdings noch unklar. Viele liebe undeutsche Grüße also nach Zittau, Chemnitz, Hamburg, Osnabrück und Kipsdorf, als Dank für den schönen Empfang, dass damit verbundene leckere Essen und die gelegenheit unseren Krach zu verbreiten.
Um es zusammenzufassen… wir haben wiedermal keine Ahnung was dieses Jahr auf uns zukommen wird, jedoch auch wenn das letzte etwas konfus ablief, wird es nicht leicht werden dieses ereignisreiche Jahr gleich wieder zu toppen. Eine gute Vorlage dafür könnten allerdings gleich die ersten beiden Konzerte im Januar sein. Also schaut bei den Terminen vorbei… wir freuen uns auf euch, denn wir lassen es nicht nur zu Silvester krachen und knallen, wir wollen Deutschland täglich in den Rücken fallen.

Der Undeutsche Dezember Vol. 2

Wie schon im letzten Jahr haben wir uns den Dezember wieder einmal voll mit Terminen gepackt. Warum das so ist wissen wir auch nicht. Auf jeden Fall scheint es so, als würden wir versuchen alles nachzuholen was wir das restliche Jahr über versäumt haben. Das bedeudet zum einem, dass die Anzahl unserer Auftritte im Dezember mehr als ein Drittel vom ganzen Jahr ausmacht und wir es am zurückliegenden Wochenende endlich geschafft haben ein paar neue Aufnahmen zu machen. Dank an dieser Stelle an die gedultsame Person die es das ganze Wochenende mit uns ausgehalten hat. Sobald die Lieder hörbar sind, werdet ihr es auf dieser Seite merken. Ebenfalls wollen wir natürlich nicht vergessen schöne Grüße nach Zittau zu senden, es hat sich definitiv gelohnt durch das Schneegestöber hindurch zufahren… war ein schöner Abend, wir kommen gerne wieder. Und außerdem freuen wir uns, dass das Solikonzi in der Chemiefabrik so gut besucht war und dem Freiraum Elbtal hoffentlich ein Stück weit geholfen wurde, damit in der Stadt Dresden nicht ein weiterer Freiraum verloren geht.
Tja und nach all den Ereignissen die in naher vergangenheit hinter uns liegen, möchten wir die gelegenheit natürlich nutzen, euch auf die kommenden Ereignisse in diesem undeutschen Monat hinzuweisen. Am Donnerstag fahren wir nach Hamburg um auf einem Solikonzi für Lampedusa in Hamburg zu spielen, dann geht´s weiter ins Selbstverwaltete Zentrum SubstAnZ nach Osnabrück, an welches wir vom letzten Jahr noch gute Erinnerungen haben und wir uns freuen wiederzukommen und damit dieser kleine Ausflug einen geeigneten Start bekommt, treten wir heute im Subway to Peter in Chemnitz auf. Die Woche ist also schon gut ausgeplant, sollte es jedoch eine Location geben, die am Samstag noch kurzfristig eine Band sucht und Zwischen Osnabrück und dem Erzgebirge liegt, könnt ihr euch gern bei uns melden… wir versuchen die nächsten Tage online zu bleiben.
Es gibt viel zu sehen, aber auch viel zu verpassen, deshalb bleibt uns bloß noch zu Sagen, das dies noch lange nicht alles war für dieses Jahr.

Erzgebirge du Opfer

Das Erzgebirge leidet unter dem demographischen Wandel. Eine ständig kleiner und älter werdende Bevölkerung stellt sich allem was Fremd ist abweißend gegenüber. Nur althergebrachte Sachen, mit denen sich dieses vom Lokalpatriotismus verseuchte Völkchen identifizieren kann, werden anerkannt. Das bedeutet also, dass Kultur nicht mehr sein darf als triste, etablierte Sportereignisse und am Abend vielleicht etwas Schlager- und Volksmusik und eine neue soziale Einrichtung nur dann erwünscht ist, wenn sie in Form eines Altersheim errichtet wird.
Die Komunen haben stark darauf hin gearbeitet und haben nun ihr Ergebniss: „Den Totentanz“. Sämtliche Bewegungen die versucht haben neue Impulse zu setzen wurden entweder komplett ignoriert, vernachlässigt oder mit solch schweren Bedingungen gespickt, dass sie sich auflösen, oder die Region verlassen mussten. Zurecht zieht jedes helle Köpchen, sobald das Studium winkt, in eine Großstadt und sagt der Einöde auf Nimmerwiedersehen. Dies hat aber leider zur Folge, dass diese grimmige Volksgemeinschaft, mit ihren stumpfen Gedankengut, nun auch mit ihrer scheinbar gewollten Alternativlosigkeit allein gelassen werden will. Was sich in den letzten Monaten deshalb zugetragen hat, müssen wir an dieser Stelle nicht erneut aufzählen. Jedoch finden wir es wichtig, dass es nicht dazu kommt, dass ein Großteil der anligenden Bevölkerung seinen Zorn an den Menschen auslässt, die ohnehin schon ein schweres Leben haben und auf die Entstehung dieser unzufrieden stellenden Situation überhaupt keinen Einfluss nehmen konnten. Deshalb sind wir froh berichten zu können, das der Emanzipatorische Progress Mittleres Erzgebirge die Ereignisse der letzten Monate als Wachruf wahrgenommen hat und sich nach über 2- Jähriger Abstinenz wieder zurückmeldet.
Es gibt viel Aufzuarbeiten und Nachzuholen, damit aus dem Totentanz kein Horrorszenario wird.
- SAY IT LOUD, SAY IT CLEAR – REFUGEES ARE WELCOME HERE -